Pädagogische Hochschule wird zum Urban Diversity Education Campus

Wien (OTS) – Der neue Wind am Campus der Pädagogischen Hochschule Wien ist regenbogenfarben. Mehrsprachigkeit als Ressource, Vielfalt als Chance, Lehrer:innen als Schlüsselfiguren im gesellschaftlichen Wandel. Mit der neuen Rektorin Barbara Herzog-Punzenberger startet die PH Wien als Urban Diversity Education Campus durch.

„Das Ziel sind Pädagog:innen, die sich hervorragend ausgebildet fühlen für die urbane Diversität, die Wien ausmacht, für 230.000 Schüler:innen, von denen durchschnittlich 60% alltagsweltlich mehrsprachig sind, die Migrationsgeschichte haben, diverse religiöse Bekenntnisse und die aus unterschiedlichen sozialen Milieus kommen. Die Perspektive ist, dass damit Chancengleichheit und Bildungserfolg für Kinder und Jugendliche in den rund 700 Wiener Schulstandorten mit den rund 25.000 Lehrer:innen Wirklichkeit wird“, bringt Barbara Herzog-Punzenberger ihre Ziele anlässlich der festlichen Inauguration am 11. November 2022 im Rahmen des Festaktes auf den Punkt. Die Pädagogische Hochschule wird künftig der Ort sein, an dem das Konzept der Urban Diversity Education entwickelt, umgesetzt und gelebt wird.

Schüler:innen, ihre Lebensrealität und damit Lernausgangslagen, seien nicht nur auf der individuellen Ebene, sondern auch auf der kollektiven Ebene zu begreifen, Differenzen spiegeln immer auch gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Gerade deshalb ist es für Herzog-Punzenberger von enormer Bedeutung, emotionale Kompetenz als zentralen Baustein in der Pädagog:innenausbildung zu verankern.

„Wenn sich Erfahrungen wiederholen, ist das eine politische Erfahrung“, resümiert die Rapperin EsRap aka Esra Özmen.

Wie zeitgemäß diese Neuausrichtung der PH Wien ist, unterstreicht Christoph Wiederkehr, Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat: „Die Benennung in ‚Urban Diversity Education Campus‘ stimmt mich zuversichtlich, denn das braucht Wien: Eine PH, die diese Themen zum zentralen Element macht, dass man dieselben Chancen bekommt, egal woher man kommt. Wir haben eine diverse Stadt aber eine Segregation im Schulsystem, Mehrsprachigkeit muss als Ressource erkannt werden.“

Ilkim Erdost von der Arbeiterkammer zeigt sich kämpferisch: „Mehrsprachigkeit hat im Moment ein großes Problem in der Schule, weil Schüler:innen mit nicht deutscher Erstsprache in eigene Klassen gesteckt werden, wo sie Zeit und den Anschluss an ihre Mitschüler:innen verlieren. Obwohl wir längst wissen, dass separate Deutschklassen nicht die Wirkung erzielen, die sie sollten. Das Delegieren des Bildungserfolges an die Familien – damit muss Schluss sein!“ Und Christian Friesl von der Industriellenvereinigung knüpft daran an: „Wirtschaft ist der Ermöglichungsraum für Bildung und Lebenskompetenz, und in Bezug auf den Fachkräftemangel müssen wir langfristig dafür sorgen, dass er nicht entsteht – das führt uns zum Konzept Urban Diversity Education. Die Pädagogische Hochschule hat damit ein gutes Profil, Diversität nicht als Belastung, sondern als Chance zu erkennen, um Potenziale zu heben.“

Barbara Herzog-Punzenberger sieht den komplexen Herausforderungen mit Respekt und gleichzeitig voller Engagement entgegen: „Es geht darum, mutig zu sein, Unsicherheit auszuhalten, es geht um die Bereitschaft, sich zu zeigen, sich verletzlich zu machen, es geht aber auch darum, ein Bewusstsein für die eigenen Werte zu haben, Vertrauen in die eigene Entwicklungsfähigkeit und in die Entwicklungsfähigkeit von Anderen“, unterstreicht die neue Rektorin der PH Wien, denn „Das brauchen wir im 21. Jahrhundert, das brauchen wir in einer Gesellschaft mit beschleunigtem Wandel, das brauchen wir, um der Diversität gerecht zu werden.“

Bei der Feier wurden auch die Eröffnung des generalsanierten Hauses sowie das Jubiläum 15 Jahre PH Wien gefeiert.

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