Migration und Bildung: Durchgängige Sprachbildung nach FörMig

Am 10.06.2026 hielt Dr. Thomas Quehl (Lehrer, London) zwei Vorträge an der Pädagogischen Hochschule Wien im Kontext der Veranstaltungsserie „Migration und Bildung – Schulautonome Sprachförderung”. Quehl berichtete als ehemaliger Grundschullehrer in Duisburg über das Konzept der ‚Durchgängigen Sprachbildung‘, wie es im Modellprogramm FörMig (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) von 2004 bis 2009 entwickelt wurde, an dem er selbst intensiv mitgearbeitet hatte.

Von FörMig gingen und gehen wichtige Impulse für die Unterrichtsentwicklung in Schulen der Migrationsgesellschaft aus. Die drei Dimensionen der Durchgängigen Sprachbildung – die bildungsbiografische Perspektive, die Kooperationen auf der institutionellen Ebene und eine mehrsprachige Dimension des translingualen Lernens – ermöglichen pädagogisch-didaktische Ansätze, bei denen wir als Pädagog*innen Verantwortung für eine fortlaufende Sprachbildung aller Schüler*innen übernehmen können.

Der erste Vortrag „Durchgängige Sprachbildung nach FörMig. Zur Umsetzung am Beispiel des Sachunterrichts“ richtete sich an Volksschullehrer*innen, während der zweite Vortrag „Durchgängige Sprachbildung nach FörMig. Informationen für Schulleitungen“ sich an Schulleiter*innen richtete.

Einleitend thematisierte die erste Veranstaltung für Volksschullehrer*innen wie sich die Grundlagen der Durchgängigen Sprachbildung für die schulautonome Sprachförderung nutzen lassen. Im Hauptteil wurden die Teilnehmer*innen eingeladen, anhand von Beispielen unterschiedliche Facetten und flexibel einzusetzende Elemente Durchgängiger Sprachbildung im Sachunterricht kennenzulernen. Im dritten Teil wurde gefragt, wie spiralcurriculare und fächerübergreifende Zugänge zur schulautonomen Sprachbildung und -förderung sowohl die Planungen der Pädagog*innen als auch die Lernentwicklung der Schüler*innen durch ihre Synergieeffekte unterstützen können.

In der zweiten Veranstaltung für Schulleiter*innen wurde zunächst thematisiert, welche konzeptionellen Grundlagen der Durchgängigen Sprachbildung für die Arbeit im Schulkollegium hilfreich sind. Wie gut sich Schulentwicklung und Durchgängige Sprachbildung verbinden lassen, hängt immer auch davon ab, wie es gelingt, Synergieeffekte bei Unterrichtsplanungen und hinsichtlich des Lernens der Schüler*innen in verschiedenen Lernbereichen und Fächern zu schaffen. Im Workshop-Teil ging es daher um Möglichkeiten der Verknüpfung fächerübergreifender Bildungssprache mit der jeweiligen Fachsprache. Abschließend lag der Fokus auf unterschiedlichen Elementen der Schulentwicklung, die Schulkollegien darin stärken können, ihr pädagogisches Repertoire für eine schulautonome Sprachförderung zu erweitern.

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Mag. Dr.
Rainer
HAWLIK

,

BEd
Hochschulprofessur für Mehrsprachigkeit mit Schwerpunkt Erstsprachenunterricht
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