Schlagworte:

HandlungssicherheitInterventionKinderschutzProfessionalisierungqualitative ForschungVignetten

Sachgebiete:

pädagogische PsychologieProfessionsforschung

Projektart:

PH intern

Dauer:

01.08.2026 – 30.09.2028

Institut:

I:PEP

Kinderschutz im pädagogischen Alltag

Seit dem Schuljahr 2024/25 ist Kinderschutz als verbindlicher Bestandteil des österreichischen Schulsystems fix verankert (BMBWF, 2024). Alle Schulen sind verpflichtet, standortspezifische Kinderschutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Diese umfassen insbesondere Risikoanalysen, Verhaltenskodizes sowie verbindliche Handlungsabläufe für den Umgang mit Verdachtsfällen. Kinderschutz wird dabei ausdrücklich nicht nur als Reaktion auf bereits eingetretene Gefährdungen verstanden, sondern als präventiver Auftrag, der von der gesamten Schulgemeinschaft getragen wird. Ziel ist die Entwicklung einer Schulkultur, in der Sicherheit, Achtsamkeit und Verantwortung im schulischen Alltag systematisch verankert sind. Aktuelle Forschung zur schulischen Gewaltprävention zeigt, dass nachhaltiger Kinderschutz vor allem auf einer Schulkultur basiert, die von einem positiven Schulklima, einer vertrauensvollen Teamkultur, tragfähigen Beziehungen sowie klaren Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen geprägt ist (UNESCO, 2024; Kopp, 2026; Haider & Wallner, 2023). Dieser Whole-School Approach versteht Kinderschutz als gemeinsame Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft (Gould et al., 2024). An diese Erkenntnisse knüpft das Konzept „Kinderschutz im Alltag” von Feelfri (Müllner & Schuller, 2025) an. Im Mittelpunkt stehen die professionelle Haltung und die kommunikative Kompetenz von Pädagog:innen. Durch einen wertschätzenden, verlässlichen und partizipativen Umgang gestalten sie ein sicheres Umfeld, in dem Kinder Vertrauen entwickeln und sich bei Sorgen, Grenzverletzungen oder Gefährdungen an vertraute (Lehr-)personen wenden können. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt, inwiefern die Durchführung des Gewaltpräventionsprogramms Feelfri Veränderungen in der Kommunikationskultur, der Beziehungsorientierung sowie der Entscheidungs- und Handlungssicherheit von Pädagog:innen im schulischen Alltag und in konflikt- bzw. kinderschutzrelevanten Situationen bewirkt.

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