Migration und Bildung: DaZ-Fördermodelle und ihre Implementierung

In der Veranstaltungsreihe „Migration und Bildung – Schulautonome Sprachförderung mit Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache“ wurden am 28. und 29. Mai 2026 mit Gästen aus Berlin erfolgreiche DaZ-Fördermodelle und ihre Implementierung besprochen.

In seinem Vortrag „Ermöglichen – Überzeugen – Leben. Erfolgsfaktoren sprachbildender Schulentwicklung“ skizzierte am 28. Mai 2026 im Festsaal Stefan Paffrath (Lehrer am Ernst-Abbe-Gymnasium, Berlin) sprachbildende Schulentwicklung als ganzheitlichen Prozess in den titelgebenden drei Phasen. Beim Ermöglichen fungiert die Schulleitung als Motor, stellt Ressourcen bereit und entlastet das Kollegium. Eine breit aufgestellte Arbeitsgemeinschaft Sprachbildung, Tandemarbeit sowie externe Netzwerke sichern dabei die Nachhaltigkeit. Um das Kollegium zu überzeugen, sind eine gemeinsame Vision und die Nutzung bestehender Ressourcen zentral. Die Einführung neuer Maßnahmen erfolgt stufenweise über Pilotprojekte. Kollegiale Hospitationen und die Expertise von Fremdsprachen- und Erstsprachenlehrkräften bauen zudem Berührungsängste ab. Damit das Konzept im Alltag gelebt wird, braucht es kleine, „smarte“ Ziele und einen einfachen Zugang zu Materialien. Ein regelmäßiger Best-Practice-Austausch hält die Motivation hoch, während jährliche Evaluationen den Prozess steuern. Ein Patensystem für neue Teammitglieder verankert das Wissen langfristig in der Schule.

Am 29.05.2026 erfolgte in demselben Saal der Vortrag „DaZ-Fördermodelle für die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher“ von Univ.-Prof. Dr. Beate Lütke (Humboldt Universität zu Berlin), an den eine angeregte Diskussion anschloss. Sie beleuchtete die Herausforderungen und Potenziale bei der schulischen Integration neu zugewanderter Schüler*innen. Ausgehend von ausgeprägter Heterogenität wurde festgestellt, dass die Praxis oft an Grenzen stößt, wodurch Ressourcen der Kinder unsichtbar bleiben. Rege diskutiert wurden die Wirksamkeit von Sprach- und Mischmodellen sowie das Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Verwaltung. Erkannt wurde, dass ein sprachsensibler Fachunterricht die enge Kooperation von DaZ- und Fachlehrkräften erfordert und eine faire Diagnostik mehrsprachiger Schüler*innen Kompetenzen sichtbar machen sollte anstatt zu selektieren. Dies bedingt eine Reform der Lehrkräftebildung, die sprachliche Bildung als Querschnittsaufgabe verankern sollte. Zuletzt erfordert der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis eine unterstützende Bildungsadministration.

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Mag. Dr.
Rainer
HAWLIK

,

BEd
Hochschulprofessur für Mehrsprachigkeit mit Schwerpunkt Erstsprachenunterricht
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