Am 24. April 2026 beteiligte sich die Pädagogische Hochschule Wien an der Langen Nacht der Forschung und öffnete ihren Campus für Besucher:innen. Über 200 Personen – von Kindern und Jugendlichen bis zu interessierten Erwachsenen – nutzten die Gelegenheit, aktuelle Forschungsarbeiten kennenzulernen und mit Forschenden ins Gespräch und bei Workshops ins Tun zu kommen.
Im Eingangsbereich wurden zentrale Projekte anhand von Postern vorgestellt. Forschende standen für Fragen und vertiefende Einblicke zur Verfügung.
Gleich im Eingangsbereich von Haus 4 erwartete die Besucher:innen eine umfangreiche Posterausstellung. Forschende der PH Wien standen persönlich für Gespräche, Fragen und vertiefende Einblicke zur Verfügung. Die große thematische Bandbreite reichte von Sprachbildung, Mathematikdidaktik und Demokratiebildung über internationale Erasmus+-Projekte bis hin zu Nachhaltigkeit, STEAM-Ansätzen und Urban Diversity Education.
Die Stationen aus dem Bereich Mathematik standen im Zeichen des Mottos „Vom Angreifen zum Begreifen“. Das Haus der Mathematik erwies sich als Publikumsmagnet: An den zahlreichen Exhibits konnten Besucher:innen mathematische Zusammenhänge entdecken und selbst ausprobieren. Vom Knacken kniffliger Rätsel über das Finden des Weges durch ein Labyrinth bis hin zu einer kleinen mathematischen Zeitreise reichte das Angebot. Ein besonderes Highlight: das „Labyrinth zum blind Entdecken“, das Teil einer Masterarbeit ist, in der Mathematik mit Wahrnehmung und Körpererfahrung verbunden wird. Ergänzt wurde das Programm durch Unterhaltungsmathematik aus dem Erasmus+-Forschungsprojekt „6 Milestones“. Zwei Exhibits erinnerten an Alcuin von York, der bereits im frühen Mittelalter versuchte, junge Menschen durch Denkaufgaben für Mathematik zu begeistern – ein historischer Zugang, der überraschend aktuell wirkte.
Der Festsaal wurde zur naturwissenschaftlichen und mediendidaktischen Experimentierlandschaft. Hier wurde gelötet, Knetmasse hergestellt und gemeinsam der Frage nachgegangen, wie aus Neugier eine Forschungsfrage entsteht.
An den NAWI‑Stationen stand das praktische Tun ganz im Sinne eines entdeckenden, handlungsorientierten Lernens im Mittelpunkt: Bei “Say Watt” wurde gelötet und Stromkreisen auf den Grund gegangen, während bei “Chemie mit Alltagsmaterialien” alltägliche Stoffe überraschende chemische Reaktionen zeigten. So entstand aus simplen Küchenutensilien plötzlich Knetmasse. Die Station „Wie schaut euer Frühstück aus?“ lud Besucher:innen dazu ein, live mitzuerleben, wie ein kleines Forschungsvorhaben entsteht und durchgeführt wird. Ausgehend von einer gemeinsamen Fragestellung wurde gezeigt, wie Naturwissenschaften Wissen erzeugen und wie Schritt für Schritt Antworten entwickelt werden
Im Bereich Digitalität und Robotik konnten Besucher:innen sowohl kritisch reflektieren als auch aktiv gestalten. Beim Blick ins Innenleben von Smartphones wurde sichtbar, aus welchen Materialien unsere alltäglichen Geräte bestehen, woher die dafür benötigten Rohstoffe stammen und welche ökologischen Auswirkungen Herstellung, Nutzung und Entsorgung haben. Ergänzt wurde dieser Zugang durch interaktive Quiz‑ und Diskussionsformate, die zum Nachdenken über Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz anregten.
Gleichzeitig lud die Robotik‑Station dazu ein, digitale Technologien selbst zu gestalten. Unterschiedliche Bildungsroboter wie etwa BeeBots, Lego Spike, WeDo sowie Lego EV3 konnten ausprobiert und programmiert werden – spielerisch, altersgerecht und ganz ohne Vorkenntnisse. Hier wurde erfahrbar, wie digitale Kompetenz, Nachhaltigkeit und informatisches Denken an der PH Wien miteinander verbunden werden.
Die Sprachstationen rückten Sprache als Gegenstand von Forschung und Reflexion in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt war die Frage, ob es Wörter gibt, die im Deutschen (noch) nicht existieren – und welche Bedeutungen sie tragen könnten. Besucher:innen waren eingeladen, sprachliche Konzepte zu entwickeln und Bedeutungsräume zu erproben. Begriffe aus aller Welt machten sichtbar, wie einzigartig Gefühle, Situationen oder Gedanken sprachlich gefasst werden können. Im Sprach‑Restaurant erwartete die Besucher:innen eine ganz besondere Entdeckungsreise – nicht durch die Welt der Kulinarik, sondern durch die faszinierende Vielfalt der Sprache. Statt Speisen wurden hier „sprachliche Leckerbissen“ serviert: Interaktive Sprachspiele, anschauliche Experimente und kreative Mitmachstationen luden zum Erforschen, Ausprobieren und Staunen ein.
Die Angebote richteten sich an unterschiedliche Altersgruppen und machten Forschung auf verschiedenen Zugängen erfahrbar. Ein Kind brachte es auf den Punkt: „Das ist der beste Ort der Welt!“
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