Presseinformation
Graz, am 19. Februar 2026
Wenn die Universitäten meinen, dass die Lehramtsstudien bei ihnen am besten aufgehoben sind, übersehen sie Wesentliches, nämlich wie wichtig in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pädagog*innen die starke Berufs- und Praxisorientierung ist.
Es genügt heute bei weitem nicht mehr, dass Lehrer*innen in ihrer Ausbildung Fachwissen erwerben, weil heute auch in den Schulen das bloße Vermitteln von Wissen nicht mehr genügt. Lehrer*innen haben viel mehr Aufgaben zu bewältigen. Die Klassen, in denen sie stehen, sind viel heterogener besetzt als früher, die Kinder haben unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe, viele von ihnen haben Sprachprobleme, Ausgrenzungen nehmen zu, die Gewaltbereitschaft ist gestiegen – vieles ließe sich noch nennen.
Für die Pädagogischen Hochschulen ist es selbstverständlich, mit ihren Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten auf neue Herausforderungen im Schulalltag rasch zu reagieren. Dementsprechend sind auch die neuen Studienpläne für die Lehramtsausbildung an den Pädagogischen Hochschulen nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch praxistauglich. Die Schulrealität lernen die Studierenden neuerdings insbesondere auch durch die von Bundesminister Wiederkehr initiierten Intensivpraxiswochen kennen und sammeln damit schon früh wertvolle Praxiserfahrung.
Anders als an den Universitäten, geht an den Pädagogischen Hochschulen der Praxisbezug aber über die bloße Verankerung in Studienplänen hinaus. Die Vorsitzende der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen, Beatrix Karl, hält dazu fest: „Papier ist geduldig, das gilt auch für Studienpläne. Entscheidend ist, dass der Praxisbezug in der Aus-, Fort- und Weiterbildung auch tatsächlich gelebt wird – und das gewährleisten die Pädagogischen Hochschulen, die sich dadurch wohltuend von den Universitäten unterscheiden!“
Die für die Lehramtsstudien unverzichtbare Praxistauglichkeit steht und fällt mit den Lehrenden und genau diese machen den entscheidenden Unterschied zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten aus! Der Großteil der Lehrenden an den Pädagogischen Hochschulen war für einige Jahre an Schulen tätig beziehungsweise ist es aktuell noch. Viele von ihnen stehen am Vormittag in der Klasse und am Nachmittag im Hörsaal, wo sie den Studierenden unverzichtbare Praxiseinblicke geben.
Der Bezug zur Praxis wird an den Pädagogischen Hochschulen auch durch die Schulentwicklungsberatung und die berufsfeldbezogene Forschung gestärkt. Im Rahmen der Schulentwicklungsberatung begleiten Hochschullehrende Schulen bei der Weiterentwicklung und Sicherung ihrer Schulqualität, indem sie ihnen Unterstützung in ihrer Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung bieten. Auch mit der berufsfeldbezogenen Forschung wirken die Pädagogischen Hochschulen an der Schulentwicklung mit und tragen zur Qualitätsentwicklung der Schulen bei. Wichtig für den gelebten Praxisbezug sind auch die eingegliederten Praxisschulen, die als Modell-, Forschungs- und Innovationsschulen eine besondere Stellung im Schulsystem einnehmen.
All das würde verloren gehen, wenn die Pädagogischen Hochschulen von den Universitäten übernommen würden. Karl: „Würde es den Universitäten nicht bloß um Machtdemonstration, sondern um die Qualität des Bildungssystems gehen, hätten sie ihr Ansinnen nicht über die Medien an die Pädagogischen Hochschulen herangetragen. Dies ist umso befremdlicher, als Pädagogische Hochschulen und Universitäten bei der Ausbildung der Mittelschul- und AHS-Lehrer*innen sehr eng zusammenarbeiten.“
Ein wesentlicher Aspekt, den die Universitäten geflissentlich ausblenden, ist auch, dass Pädagogische Hochschulen Aus-, Fort- und Weiterbildung für Elementarpädagog*innen sowie für Lehrer*innen aller Schulformen und -arten anbieten. Die Universitäten beschränken sich hingegen auf die Ausbildung der Lehrer*innen für Mittelschulen und AHS und selbst das machen sie nicht alleine, sondern in Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen. Wer hier führend in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pädagog*innen tätig ist, liegt klar auf der Hand.
In Zahlen bedeutet das: Im Wintersemester 2024/25 studierten an den 14 Pädagogischen Hochschulen 22.180 ordentliche Studierende in der Ausbildung. In der Weiterbildung betrug die Studierendenzahl 16.728 und in der Fortbildung wurden mehr als 390.000 Teilnehmer*innen beziehungsweise Teilnahmen verzeichnet.
„Es spricht nichts gegen eine Weiterentwicklung der Lehramtsausbildung, allerdings sollte das nicht konfrontativ, sondern in einem guten Miteinander erfolgen, so wie es Pädagogische Hochschulen und Universitäten auch bisher gelebt haben“, so Karl.
Kontakt und Rückfragen:
Mag.a Johanna Vucak
Pressesprecherin der Pädagogischen Hochschule Steiermark
Mobile: +43 (0)664 41 23 2 23
mail: johanna.vucak@phst.at
home: http://www.phst.at
| Cookie | Duration | Description |
|---|---|---|
| cookielawinfo-checkbox-analytics | 11 months | This cookie is set by GDPR Cookie Consent plugin. The cookie is used to store the user consent for the cookies in the category "Analytics". |
| cookielawinfo-checkbox-functional | 11 months | The cookie is set by GDPR cookie consent to record the user consent for the cookies in the category "Functional". |
| cookielawinfo-checkbox-necessary | 11 months | This cookie is set by GDPR Cookie Consent plugin. The cookies is used to store the user consent for the cookies in the category "Necessary". |
| cookielawinfo-checkbox-others | 11 months | This cookie is set by GDPR Cookie Consent plugin. The cookie is used to store the user consent for the cookies in the category "Other. |
| cookielawinfo-checkbox-performance | 11 months | This cookie is set by GDPR Cookie Consent plugin. The cookie is used to store the user consent for the cookies in the category "Performance". |
| viewed_cookie_policy | 11 months | The cookie is set by the GDPR Cookie Consent plugin and is used to store whether or not user has consented to the use of cookies. It does not store any personal data. |
Institute
Institute