Jede:r kann Zivilcourage

Oft braucht es gar nicht viel, um einen Unterschied zu machen, betonen Maria Rösslhumer und Philipp Leeb. Aber es ist wichtig, selbst gegen kleinste Formen von Gewalt an Frauen aufzutreten. Gemeinsam stellten sie sich den kritischen und reflektierten Fragen der Student:innen der Freizeitpädagogik.

Was mit sexistischen Witzen beginnt, mit stereotypen Ansichten über die Geschlechter und einem Hinwegsehen über erste Anzeichen von Gewalt, das endet in Österreich leider viel zu oft in tätlichen Übergriffen, in Vergewaltigung und anderen Formen physischer Gewalt und leider auch im Femizid. „Jeder Femizid ist einer zu viel!“ betont Maria Rösslhumer vom Verein StoP (Stadtteile ohne Partnergewalt) und verweist darauf, dass Österreich im EU-Vergleich zu den Spitzenreitern dieser erschütternden Statistik führt. Daher ist es nicht nur wichtig, Mädchen entsprechend zu erziehen, sondern auch gezielte Bubenarbeit zu betreiben. „Der Bedarf ist groß, und wir brauchen gute Vorbilder für junge Männer, die von Empathie getragen sind, und die brauchbare Alternativen zu diversen fragwürdigen toxischen Männlichkeitsvorbildern aus sozialen Medien darstellen.“, unterstreicht Philipp Leeb vom Verein Poika.

„Gerade in der Freizeitpädagogik, wo der Männeranteil der höchste in allen pädagogischen Lehrgängen ist, ist es elementar wichtig, solche Themen in den Lehrplan aufzunehmen. Unsere Absolvent:innen sind oft unterschätzte Multiplikator:innen. Dabei arbeiten sie pädagogisch fundiert mit Kindern der Primarstufe und können fern von schulischem Druck helfen, eingefahrene Weltbilder und Rollenklischees zu hinterfragen und zu verändern.“, erläutert Thomas Gril, Lehrgangsleiter des Hochschullehrganges Freizeitpädagogik.

„So hochkarätige Gäste am Institut Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Wien begrüßen zu dürfen, ist eine Freude, und die rege und intensive Diskussion mit den Studierenden hat bewiesen, wie bedeutsam solche Dialoge an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Ausbildung und zivilgesellschaftlichem Engagement sind.“, freut sich Institutsleiterin Barbara Paesold  (I:WEB) über den Erfolg der Veranstaltung.

Auf dem Bühnenrand des Audimax standen am Abend des 28. Aprils neun paar rote Schuhe. Unter jedem Paar hing ein Zettel mit einem Datum und einem Ort in Österreich, als Erinnerung für die Frauen, die heuer bereits durch Partner, Ehemänner oder Expartner ihr Leben verloren haben. „Sie wurden ermordet, weil sie Frauen sind. An einem Ort, an dem sie sich eigentlich sicher fühlen sollten – in ihrem Zuhause. Das ist inakzeptabel!“, zeigt sich Maria Rösslhumer betroffen. Wie man mit minimalen Interventionen maximalen Erfolg erzielen kann, ist Teil ihrer jüngsten Initiative. „Zivilcourage ist für jede:n erlernbar, Wegsehen ist keine Option.“, bekräftigt sie.

Nähere Informationen zu StoP: www.verein-stop-partnergewalt.at & Männerkampagne: www.verein-stop-partnergewalt.at/maenner

Nähere Informationen zu Poika: https://www.poika.at/willkommen/

 

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