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Fremdsprachenlernen im Zeitalter von KI: Thomas Strasser beim Fachtag in Kiel

Wie verändert Künstliche Intelligenz das Lernen und Lehren von Fremdsprachen? Und welche Kompetenzen brauchen Schülerinnen und Schüler, wenn Übersetzungen, Texte und sprachliche Aufgaben zunehmend von generativer KI unterstützt werden können? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein großer Fachtag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, an dem rund 250 Fremdsprachenlehrkräfte aus ganz Schleswig-Holstein teilnahmen.

Thomas Strasser, Hochschulprofessor für Fremdsprachendidaktik und technologieunterstütztes Lehren und Lernen an der Pädagogischen Hochschule Wien, brachte dabei insbesondere die Perspektive einer kritisch-reflektierten KI-Didaktik ein. Im Zentrum stand die Frage, wie Fremdsprachenunterricht gestaltet werden kann, wenn KI-Systeme sprachliche Aufgaben zunehmend übernehmen oder unterstützen können.

Strasser betonte dabei die Bedeutung von Anstrengungsbereitschaft, Selbstkompetenz und fachlichem Wissen. Technologische Unterstützung könne Lernprozesse erleichtern und erweitern, dürfe aber nicht dazu führen, dass zentrale Lernprozesse vollständig ausgelagert werden. „Auch mit technischer Unterstützung braucht es ein Commitment der Schüler:innen. Weil es das eigene Können stärkt, weil es Selbstkompetenz bedeutet, weil ich auch dadurch lerne, das Ergebnis der KI einschätzen zu können“, so Strasser.

Für die Fremdsprachendidaktik bedeutet dies auch, Aufgabenformate neu zu denken. Statt KI aus dem Unterricht auszuschließen, brauche es Lernsettings, die entweder bewusst ohne KI-Unterstützung auskommen oder die Interaktion mit KI didaktisch sinnvoll integrieren. Entscheidend sei dabei, dass Lernende weiterhin eigene sprachliche Kompetenzen aufbauen und dadurch überhaupt erst in die Lage versetzt werden, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu beurteilen.

„Fremdsprachenunterricht hat eine andere Funktion, und das müssen wir deutlich machen“, betonte Strasser. Gerade angesichts immer leistungsfähigerer Übersetzungs- und KI-Systeme gehe es daher nicht nur um sprachliche Produkte, sondern verstärkt um Lernprozesse, Reflexionsfähigkeit, Selbstkompetenz sowie kulturelle und kommunikative Bildung.

Der gemeinsame Fachtag der zweiten und dritten Fremdsprachen fand am 28. August 2026 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Mehr als 30 Workshops widmeten sich aktuellen fremdsprachendidaktischen Themen – von ko-kreativem Schreiben mit KI und generativer KI im Französischunterricht bis zum Einsatz von Gaming beim Lernen alter Sprachen.

Weitere Infos: https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/IQSH/_startseite/Meldungen/2026/20280828_fachtag_sprachen/sprachen?nn=984a0ca0-b422-4776-a7b0-9a76fc78c36a

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