Schlagworte:

DokumentenanalyseGenderLehrer*innenbildung

Sachgebiete:

GenderHochschuldidaktik

Projektart:

PH intern

Dauer:

von 01.10.2026 bis 01.09.2028

Institut:

I:UDE

Genderkompetenz in der Primarstufenlehrer*innenbildung

“Primarstufenlehrpersonen arbeiten in schulischen Kontexten, die durch soziale, kulturelle, sprachliche, geschlechtliche und weitere Formen von Diversität geprägt sind. Professionelles pädagogisches Handeln erfordert daher nicht nur, Differenz- und Ungleichheitsverhältnisse wahrzunehmen, sondern auch stereotype Zuschreibungen und Normalitätsvorstellungen kritisch zu reflektieren sowie Lern- und Bildungsprozesse diskriminierungssensibel und chancengerecht zu gestalten. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist Genderkompetenz. Diese bezeichnet die Fähigkeit, „bei […] Aufgaben Genderaspekte zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten“, und umfasst die miteinander verbundenen Dimensionen Wollen, Wissen und Können (HSK-Empfehlungen, S. 35). Genderkompetenz erschöpft sich damit nicht im Wissen über geschlechtsspezifische Ungleichheiten, sondern schließt auch die Bereitschaft und Fähigkeit ein, dieses Wissen im professionellen Handeln zu berücksichtigen. Für die Lehrer*innenbildung stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie entsprechende Kompetenzen curricular angebahnt, systematisch entwickelt und im Verlauf des Studiums vertieft werden können. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Verhältnis von Bachelor- und Masterstudium zu. Professionalisierung ist als kumulativer Prozess zu verstehen. Curricula müssten entsprechend erkennen lassen, welche Kompetenzen im Bachelor grundgelegt und welche im Master erweitert, vertieft, theoretisch differenziert oder stärker forschungs- und praxisbezogen reflektiert werden. Hierbei kommen hochschulgesetzliche Rahmenbedingungen, die wiederum auch institutionelle Spielräume in der curricularen Entwicklung als auch Umsetzung ermöglichen, als auch begrenzen ins Spiel.
Curriculumreformen können daher zu inhaltlichen, disziplinären und hochschulorganisatorischen Verschiebungen führen. Inhalte und Kompetenzanforderungen können zwischen Bachelor und Master verlagert, neu gebündelt oder in übergeordnete Diversitäts- bzw. Querschnittskonzepte integriert werden. Solche Veränderungen sind gerade vor dem Hintergrund veränderter Studienarchitekturen und Studierenden-Kohorten von besonderem Interesse.
An der PH Wien und der PH Steiermark liegen sowohl ältere als auch neue Bachelor- und Mastercurricula für die Primarstufe vor. Die aktuellen Curriculumsgenerationen verändern dabei auch die zeitliche und strukturelle Verteilung zwischen Bachelor- und Masterphase. Die Untersuchung bietet somit die Möglichkeit, nicht nur einzelne Dokumente, sondern die curriculare Architektur professioneller Kompetenzentwicklung über den gesamten Studienverlauf zu analysieren.”

Kontaktperson

PAUDEL Florentine
Ing.in Dr.in
Florentine
PAUDEL

,

BEd BSc MSc

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