Konferenz: Flüchtlingssituation an Wiener Schulen

 

Die Ereignisse um die durch den Krieg in Syrien ausgelösten Flüchtlingsbewegungen, die im Sommer 2015 auch Zentraleuropa erreichten, hatten es notwendig gemacht, die Auswirkungen auf Wiener Schulen ins Zentrum der Betrachtung zu stellen.

Die Konferenz, die am 12.11.2015 an der Pädagogischen Hochschule Wien stattfand, offerierte ein breites Vortragsangebot für Wiener Lehrer/innen, das in der täglichen schulischen Arbeit eine Unterstützung darstellen sollte.

Organisator und Moderator, Philipp Mittnik eröffnete die Tagung und begrüßte die über 270 anwesenden Lehrerinnen und Lehrer. Die große Zahl an Anmeldungen hatte es notwendig gemacht, vom Festsaal ins Audimax der Pädagogischen Hochschule zu wechseln. Dieser Umstand beweist, wie groß das Interesse der Kolleginnen und Kollegen an den Wiener Schulen an der Thematik der Flüchtlingssituation ist.
 

Frau Vizerektorin Barbara Huemer stellte in ihrem Eröffnungsstatement dar, dass die Pädagogische Hochschule Wien, insbesondere in ihrem Fort- und Weiterbildungsangebot Möglichkeiten geschaffen hat, Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Unterrichtsarbeit zu unterstützen. Weiter dankte sie den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeiterkammer Wien und dem Österreichischen Jugendrotkreuz  für die Unterstützung bei dieser Veranstaltung.
 

Melitta Aschauer-Nagl, Leiterin der Abteilung Bildungspolitik in der Arbeiterkammer Wien, legte in ihrer Begrüßung fest, warum es für die AK Wien so wichtig ist, die Politische Bildung und auch diese Veranstaltung zu unterstützen. Sie unterstrich weiter die hohe Bedeutung von gelungener Integration und des humanen Umgangs mit Asylwerber/innen für den zukünftigen Arbeitsmarkt.
 

Terezija Stoists, ehemalige Politikerin der Grünen und Volksanwältin, erläuterte in ihrem Vortrag die zentralen Aufgaben und zukünftigen Herausforderungen in ihrer neuen Rolle als Beauftragte für Flüchtlingskinder in der Schule.

 

Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich und anerkannter Menschenrechtsexperte, verurteilte die Untätigkeit der österreichischen Innenpolitik in der sogenannten „Flüchtlingsfrage“. Er führte aus, dass, die seiner Ansicht nach, völlig absurden Pläne vom Bau von Zäunen keine Probleme lösen werden, sondern Österreich seine international hoch anerkannte Stellung in Menschenrechtsfragen riskiere.
 

Renate Hauser, Generalsekretärin des österreichischen Jugend-Rotkreuzes, forderte dazu auf, in Schulklassen Empathie für Flüchtlinge und Asylwerber/innen zu erzeugen. Sie präsentierte in welcher Form in dieser Frage mit dem Jugendrotkreuz zusammen gearbeitet werden kann.

 

Ilker Ataç, Politikwissenschaftler an den Universitäten Wien und Osnabrück analysierte in seinem Vortrag die Bedeutung der Zivilgesellschaft. Insbesondere humanitäre Katastrophen führen immer wieder zu einer Mobilisierung der Zivilgesellschaft.

 

Barbara Preitler, Psychotherapeutin und Mitbegründerin der Vereins Hemayat-Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende, erläuterte verschiedene Formen und Ausprägungen von Traumatisierungen, wie sie bei Flüchtlingen festgestellt werden konnten. Empfehlungen, wie mit Kindern und Jugendlichen mit solchen Traumatisierungsmustern umgegangen werden sollte wurden ebenso angeführt, wie die hohe Bedeutung des Systems Schule, wo viele Kinder erstmals seit langer Zeit so etwas Ähnliches wie Normalität empfinden können.

Agnesa Isufi von der young Caritas präsentierte in ihrem Vortrag Partizipationsmöglichkeiten, wie Lehrerinnen und Lehrer mit Schulklassen gemeinsam mit der young Caritas Flüchtlinge und Asylwerber/innen unterstützen können.


 

Peter Hacker, Projektleiter für Flüchtlingsfragen der Stadt Wien, stellte die wichtigsten Herausforderungen für die Stadt Wien dar und gab einen kurzen Überblick, was in dieser Frage bisher schon alles geleistet wurde.

 

 

Anschließend an die Vorträge, konnte bei einem von der Arbeiterkammer Wien subventionierten Buffet, der Nachmittag in einem informellen Rahmen ausklingen.


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