Administrative Staff Exchange an der Humboldt-Universität/Berlin

Im Juni 2017 durfte ich die Humboldt-Universität (HU) Berlin besuchen. Aufgeteilt auf mehrere Gebäude im Herzen Berlins (Hauptsächlich in Berlin Mitte) erstreckt sich ein doch sehr beachtlicher Campus, der mehrere Fakultäten beheimatet. Ich war jedoch der Professional School for Education (PSE) beheimatet, welche keine Fakultät per se ist. Interessanter Weise wurde diese Organisationseinheit gegründet, um Lehramtsstudierenden einen Ort zu geben, an den Sie sich wenden können. Die Fächer (in der Grundschule gibt es eine Drei-Fach-Wahl) sind in den jeweiligen Fakultäten beheimatet. Die Bildungswissenschaften sind direkt an der PSE angesiedelt.

Neben des mir ungewohnt großen Campus besticht die HU Berlin auch durch eine sehr neumodische und beeindruckend große Bibliothek. Diese bietet eigene Gruppenlernräume an, wie auch kleine Lernräume welche ausschließlich Bachelorarbeit/Masterthesis schreibenden Studierenden zur Verfügung steht. Große Lernräume mit einzelnen Plätzen stehen allen Studierenden der HU zur Verfügung. Auch Fortbildungsräume sind vorhanden und werden rege genutzt.

Die Ausbildung und auch die Abschlüsse in der Lehrerausbildung sind Deutschlandweit innerhalb der Länder individuell geregelt. Teils existieren Staatsexamen (1+2) und teils das Bachelor-/Masterprogramm. In einem Bundesland gibt es auch nach wie vor eine Pädagogische Hochschule. An den restlichen ist die Lehramtsausbildung auf den Universitäten angesiedelt.

Der Praxisanteil des Lehramtsstudiums in Berlin ist sehr unterschiedlich zu dem der Pädagogischen Hochschule Wien. Hier werden während des Bachelorstudiums sechs (früher vier) Wochen Hospitation in einer Schule ermöglicht, welche zur Beantwortung einer Forschungsfrage genutzt werden soll. Im Masterstudium gibt es ein Praxissemester, in welchem die Studierenden ein komplettes Semester (begleitet) an einer Schule unterrichten. Nach dem Abschluss des Masters of Education ist die Berufsausübung an einer Schule möglich, wobei hier 18 Monate als Referendariat (Vorbereitungsdienst) unter Leitung der Senatsverwaltung den Beginn gestalten. Das Praxissemester in der Masterausbildung wird durch Angestellte der PSE organisiert. Die Schulen, welche Plätze für Lehramtsstudierenden zur Verfügung stellen, melden die Anzahl der Plätze an der Schule und machen die Zuteilung intern. Mentor/innen werden durch die Schule bestimmt, wobei es einen Mentor/innenlehrgang gibt, dieser jedoch nicht verpflichtet absolviert sein muss um Studierende zu betreuen. Für die Zuteilung der Studierenden an die Schulen wird momentan ein neues Programm erstellt, welcher durch ein Ranking der Prioritäten der Studierenden eine Zuteilung automatisieren soll.

Die Prüfungsverwaltung unterscheidet sich ebenfalls sehr stark zu der unsrigen. Die Lehrenden haben keinen Zugriff auf die Daten ihrer Studierenden. Hier wird in einer eigenen Abteilung (Prüfungsbüro) die Lehrveranstaltungsinskription in ein Prüfungssystem eingespielt. Eine Mitarbeiterin druckt die Teilnehmerlisten und Notenlisten für die Vortragenden aus und gibt dann auch die durch die Lehrenden wieder abgegebenen Noten in das Programm ein. Die Studierenden müssen zudem für jedes Modul jeden Lehrenden unterschreiben lassen, dass alle Arbeitsleistungen erfüllt sind um einen positiven Modulabschluss zu erlangen. All das wird von der Mitarbeiterin im Prüfungsbüro eingetragen und anschließend die Zeugnisse gedruckt.

Alles in allem war Berlin – abgesehen von der wunderbaren Stadt selbst natürlich – eine sehr interessante Erfahrung um Eindrücke eines komplett anderen Systems kennen zu lernen.
Die Unterschiede lehren viel im Hinblick auf die persönliche zukünftige Arbeit im eigenen Bereich und erweitern den Horizont doch sehr beachtlich.

Lydia Stöckl

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