Teaching Staff Mobility in Jyväskylä

Nach einem Besuch meiner finnischen Kollegin Ulla Kiviniemi im Frühjahr 2015 entschloss ich mich zum Gegenbesuch an der Universität von Jyväskylä.

Jyväskylä ist eine finnische Stadt mit etwa 140 000 Einwohnern in Mittelfinnland. Die dortige Universität wurde in den Grundzügen von Alvar Aalto geplant und mittlerweile einige Male erweitert und umgebaut. Derzeit gibt es etwa 15 000 Studierende dort. Mein Besuch galt der Faculty of Education und im Speziellen der Crafts Education. Von Montag, 2.11. bis Freitag, 6.11.15 konnte ich Eindrücke und Informationen über die finnische Situation der Crafts Education in Schule und Studium sammeln.

Montag fand ein erstes Treffen mit Ulla Kiviniemi im neu erbauten und modern gestalteten Ruusopuisto Gebäude statt. Mehrere  verschieden gestaltete großzügige Aufenthaltsmöglichkeiten für Studierende, helle Räumlichkeiten, gut ausgestattete Seminarräume, eine große Mensa, Computerarbeitsplätze und einiges mehr beeindruckten mich.

   

Dienstag konnte ich an der Übungsschule eine Stunde der 5. Schulstufe im Textilen Gestalten und ebenso eine Stunde im Technology-Unterricht beobachten. Von der ersten bis zur vierten Schulstufe wird Crafts hier für alle Kinder verpflichtend in beiden Bereichen angeboten, in der fünften und sechsten Schulstufe kann eines der beiden Fächer gewählt werden. Gegenwärtig wird auch in Finnland eine Zusammenlegung der beiden Fächer im Primarstufenbereich an der Schule und in der Ausbildung diskutiert.

Mittwoch konnte ich meinen geplanten Workshop mit Studierenden des 3. Jahrgangs im Bachelorstudium und Studierenden im Masterstudium, die alle einen Schwerpunkt in Textile Crafts gewählt hatten, abhalten. Schon davor konnte ich die bestens ausgestatteten textilen Räumlichkeiten kennen lernen. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen. Angefangen von einer „Küche“ für Färben, Drucken, Filzen etc. über eine Ausstattung mit Nähmaschinen, Overlockmaschinen, Aufbewahrungsmöglichkeiten, Materialien, Räumlichkeiten zum freien Arbeiten mit Computerarbeitsplätzen über eine kleine Kaffeeküche mit Geschirrspüler unterscheidet sich allein die Einrichtung deutlich von unseren Möglichkeiten. In meinem Workshop, der sich über den gesamten Mittwoch zog, war ich bemüht, etwas Neues für Ulla und die Studierenden zu bieten. So konnte ich sie etwa für Schnurnähen begeistern. Die Studierenden waren interessiert und mit großem Eifer bei der Arbeit.

  

Die gleiche Situation konnte ich am nächsten Tag bei einem Besuch bei meinen Technology-Kollegen erleben. Auch hier gab es bestens ausgestattete Werkstätten, Aufenthaltsräume, Computerarbeitsplätze, Kaffeeküche, von der Maschinen-Ausstattung und den Lagermöglichkeiten für Material gar nicht zu reden. Freitag konnte ich dann Ullas Workshop zum Thema Stricken beobachten.

Erwähnen möchte ich noch, dass die Anzahl der Studierenden in den Gruppen mit maximal 16 begrenzt ist. Ullas Arbeitspensum in der Lehre ist mit 420 Stunden pro Unterrichtsjahr festgelegt, ergänzt mit anfallenden Arbeiten wie bei uns auch. Die Bezahlung dürfte etwa gleich sein.

Mag. Ursula Görlitz

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