Tagung an der Aristotle Universität in Thessaloniki

Von 22.-24.10.2015 befand ich mich zu einem vorbereitenden Besuch an der Aristotle Universität in Thessaloniki. Gesprächsthemen mit Olga Terenetska und Dr. Vasiliki Mitropoulou waren Einsatz von digitalen Medien in der Hochschullehre und natürlich die Auswirkungen der Finanzkrise und die aktuelle Flüchtlingssituation auf das Leben in der Stadt und auf Griechenland und eine mögliche Kooperation mit der PH Wien. Noch vor einiger Zeit wurden in Thessaloniki von privaten Einrichtungen öffentliche Suppenküchen eingerichtet und Sachspendenaktionen organisiert, um jene Menschen, die plötzlich arbeits- und obdachlos geworden waren, und die der Staat nicht unterstützen konnte, mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Von dieser Situation ist mittlerweile nicht mehr viel zu spüren. Was geblieben ist, ist ein Ressentiment gegenüber Deutschland, sowie die Erleichterung, dass die Finanzblockade nun auch wieder vorbei ist und weitere Schritte gesetzt werden können. Auch Premierminister Tsipras scheint weitgehende Unterstützung aus der Bevölkerung zu genießen, über Ex-Finanzminister Varoufakis gibt es Protestlieder, allerdings fehlen hier die Sprachkenntnisse, um eine genauere Analyse abliefern zu können.

Parallel zum Vorbereitungstreffen an der sechstältesten und hochrenommierten Universität der Welt mit berühmten Namen fand auch die NECE Konferenz zu ‚Global Citizenship Education‘ mit dem Thema ‚Us‘ and ‚Them‘ in Thessaloniki statt. Anlässlich der derzeitigen Situation in Europa hätte es kein treffenderes Thema und wohl auch keinen besseren Veranstaltungsort dafür geben können.

Gobal Citizenship Education – ein Thema, welches durch die geografische und historische Lage Thessalonikis, die Grenze zu Makedonien und die Flüchtlingskrise besonders brisant ist. Ein Besuch der Grenze zu Makedonien war genauso möglich, wie ein Erkunden der Stimmungslage in Thessaloniki.

Besonders beeindruckend waren die Keynote von Ulrike Guérot, Mitgründerin des ‚European Democracy Lab, European School of Governance‘ (Germany), zum Thema: Europe, where are you headed? https://www.youtube.com/watch?v=uKCXimSrl2Q&app=desktop; sowie das Projekt der Universität Salzburg zu ‚Antisemitism in the Context of Islamophobia: Jews and Muslims as „the others“ von Dr. Helga Embacher.

  

Last but not least beende ich den Bericht mit dem beeindruckenden Beginn der Reise, die nicht wie geplant in Thessaloniki endete, sondern auf Grund des sehr schlechten Wetters mit einer Zwischenlandung in Sofia. Einige Passagiere, darunter auch ich, warteten nicht auf den Rückflug nach Wien, sondern organisierten sich stattdessen einen Roadtrip in einem Mini Van durch Bulgariens Hügelland nach Thessaloniki. Der Chauffeur unterrichtete die national bunt gemischte Truppe im Auto über die bevorstehenden Wahlen und den Lebensstil in Bulgarien, die allgegenwärtige Korruption in seinem Land und wie man trotz alldem überlebt. Ergänzt wurden seine Berichte durch die kurzweiligen Geschichten eines ehemaligen CNN Nachrichtensprechers amerikanisch-französischen Ursprungs, der vor Allem in Krisenregionen tätig gewesen war und jetzt Host einer belgischen Talkshow zu politischen Themen ist.

All diese Punkte, die inhaltliche Aspekte, die Zukunftsorientierung, die formalen und informellen Kooperationen und Gespräche, die Stadt, die Lage, die gedachten und realen Möglichkeiten machten diesen beruflichen Aufenthalt zum beeindruckendsten seit Langem. Vielen Dank für diese Möglichkeit!

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