Gastprofessor an der University of New Mexico in Albuquerque in den USA: Eine inspirierende Erfahrung

Ziel meines Aufenthalts war die Intensivierung der Beziehungen zwischen der PH Wien und der UNM, insbesondere mit der UNM College of Education (COE), weitere Schritte der Zusammenarbeit zwischen diesen zwei Institutionen zu planen. Aus diesem Grund traf ich viele MitarbeiterInnen der UNM. Im Allgemeinen war es eine einzigartige Kombination von Wissenschaft, Technologie, Business und Kunst, d.h. ein Art von „short-term holistic brain inspiration“.

Während meines einwöchigen Besuchs an der UNM traf ich meine GastgeberInnen - Frau Dr. Deborah Rifenbary - stellvertretende Dekanin für akademische Angelegenheiten und Fakultätsentwicklung und Koordinatorin von Stars Assistant Program - sowie Herrn Dr. Paul Edmunds - Direktor des Zentrums für Englische Sprache und Amerikanische Kultur (CELAC). Mit ihm führte ich sehr interessante Gespräche über internationale Austauschprogramme für Studierende, das Vermitteln von Fremdsprachen und über die Rolle der Lehrtechnologien. Wir diskutierten auch über verschiedene Richtungen der Forschung.

UNM School of EducationUNM Student Union Building

  UNM School of Education                                                                     UNM Student Union Building

Während dieses akademischen Austauschs begegnete ich auch Frau Dr. Anne Campton - stellvertretende Direktorin des Zentrums für die Unterstützung akademischer Programme (CAPS). Sie interessiert sich für Hochschulbildungszentren und Orte, die soziale Gerechtigkeit und Gleichheit in der Bildung fördern. Interessant war auch die Zusammenkunft mit Frau Dr. Kimberly A. Fournier - stellvertretende Direktorin für das Center for Teaching Excellence (CTE). Sie hat Erfahrung in der Implementierung zahlreicher pädagogischer Techniken zur Förderung sinnvollen Lernens (umgedrehter Unterricht, aktive Lernaktivitäten, metakognitive Reflexion) und innovativer Bewertung (kollaborative zweistufige Prüfungen). Jene Treffen waren besonders nützlich, da ich viel Einsicht in das Innenleben der CAPS gewinnen konnte, zudem in das ausgezeichnete Lernhilfsprogramm, das allen nichtgraduierten UNM-Studierenden zur Verfügung steht, sowie ins CTE, welches die Fakultät bei der Förderung von Engagement, Gerechtigkeit und Lernen in ihren Klassenzimmern unterstützt.

Ein weiterer Programmpunkt war mein Besuch der La Mesa Elementary School - der mehrsprachigen (Englisch, Spanisch, Navajo, Suaheli u.a.) Gemeindeschule in Albuquerque. Sie wird von etwa 750 Studierenden von der Vorschule bis zur fünften Klasse besucht. La Mesa Elementary unterhält eine Partnerschaft mit dem TECLA Programm (Teacher Education Collaborative in Language Diversity and Arts Integration) der University of New Mexico. Ziel dahinter ist, die Kunst und Literatur im Curriculum zu integrieren, ohne Lernzeit zu opfern. Bei unserer Ankunft hörten Frau Dr. Rifenbary und ich den La Mesa Pop Choir, der von Frau Dr. Leila Flores-Dueñas- außerordentliche Professorin der Primarschulbildung von Teacher Education Department an der UNM - konzipiert und geleitet wird. Hier ist die Ambition, die Sprache und Alphabetisierung zu pflegen und einen Raum für persönliche Selbstbetrachtung und Ausdruck zu schaffen.

Frau Dr. Rebecca Sánchez - Professorin für Lehrerbildung und Bildungsführung und -politik, ist TECLA-Koordinatorin am COE. Sie erklärte Frau Dr. Rifenbary und mir das Projekt "Bring a Book to Life Performance and Mural". In diesem Projekt beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Migration. Hier arbeitete die TECLA-Fakultät mit Klassenlehrern zusammen und kuratierte eine Bibliothek mit 50 Büchern über Migration. Während der beruflichen Entwicklungserfahrung arbeiteten kooperierende LehrerInnen mit ihren Studierenden zusammen, um ein Buch auszuwählen. Das Buch wurde zum zentralen Bestandteil der Gestaltung eines Fliesenmosaik-Wandbildes. Frau Dr. Sánchez erklärte, dass diese Wandmalereien für Studierende mehr wären als das, was auf den ersten Blick sichtbar sei. Hinter jedem einzelnen Stück stehen Bilder, die persönliche Erfahrungen, Kämpfe innerhalb der Gemeinschaft und Geschichtsstunden zu Themen wie Sklaverei und Einwanderung darstellen. Man muss nur die Wandmalereien sehen, die den Innenhof der Grundschule La Mesa schmücken, sie sind wunderschön!

Nach diesem Programmpunkt traf ich eine Gruppe von LehrerInnen und deren Professorinnen Frau Amy Sweet (Kunstpädagogin) und Frau Dr. Eileen Waldschmidt. Wir führten interessante Diskussionen unter anderem über Medienkompetenz, die Bedeutung der persönlichen Reflexion und den Einsatz elektronischer Portfolios. Die Dozenten erzählten mir, dass sie - in Übereinstimmung mit den Prinzipien der leistungsorientierten Bewertung - ihre eigenen Websites erstellen, um Beweise für ihre engagierte Arbeit im TECLA-Programm zu sammeln.

La Mesa Elementary SchoolCourtyard Mural

   La Mesa Elementary School                                                                Wandmalereien

Insgesamt war meine Zeit als Gastwissenschaftlerin sehr fruchtbar. Ich konnte relevante Fachleute und inspirierende Wissenschaftler treffen, mit denen ich Gespräche über Bildungsmuster, digitale Portfolios, Social Video Learning und die allgemeine Rolle der Bildungstechnologie in der Lehre führen.

Ich möchte der Fakultät des UNM College of Education (COE) und dem Center for English Language & American Culture (CELAC) der University of New Mexico danken, insbesondere Frau Dr. Deborah Rifenbary und Herrn Dr. Paul Edmunds für ihren sehr herzlichen Empfang und den inspirierenden Besuch danken. Ich bin auch  der Pädagogischen Hochschule Wien sehr dankbar für die Möglichkeit, die UNM zu besuchen, insbesondere Frau Renate Hanisch, Stars Assistant Program Coordinatorin der Austrian-American Educational Cooperation Association (AAECA), und Herrn Dr. Thomas Bauer, PH Wien, Leiter des International Office.

Weitere Informationen:

Mag. Dr. Reinhard Bauer, MA

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