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Positionen mit Prof. Dr. Volker Ladenthin

Rückblick auf die Veranstaltung POSITIONEN mit Prof. Dr. Volker Ladenthin der Universität Bonn - eine Nachlese

„Methodenkompetenz“? Oder „Die Schule als Ort der Methode“

Wer immer behauptet, so Ladenthin, man müsse die Kinder für die Zukunft vorbereiten, tappe in die Falle des Zukunftsparadox: Die gegenwärtige Generation könne demnach nur an gegenwärtigen oder sogar vergangenen Gegenständen für eine unbekannte Zukunft lernen.

Prof. Dr. Volker Ladenthin während seines Vortrags

Auch die Vorstellungen über Modelle der Zukunft stünden damit in der Gegenwart. Wenn wir die Prognosen kennen, was zukünftig eintreten könnte, ließe sich auch feststellen, dass Vieles des Prognostizierten gar nicht gekommen sei, weil man sich rechtzeitig darauf vorbereiten konnte. Wenn demnach Utopien, Prognosen und Annahmen wenig zuverlässig wären, könnte die Lösung in einer formalen Bildung bestehen. Mit der Kenntnis der gegenwärtigen und zukünftigen Schlüsselqualifikationen könnte, so eine Annahme, eine solche formale Bildung schulisch ausgestaltet werden. Mit der Trias „Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz“ hätte man das Arsenal einer solchen formalen Bildung umschrieben, ohne jedoch zu wissen, wie Ladenthin kritisch anmerkt, wie diese Kompetenzen zueinander in ein Verhältnis gebracht werden können. Schnell landete man bei Methodentrainings und Lerntechniken, wie man sie seit Jahren bspw. von Heinz Klippert kennt. Die Unsinnigkeit eines „Lernen des Lernens“ fällt noch weniger auf, als die ebenso unsinnige Forderung eines „Denkens des Denkens“. Beides wäre wohl unmöglich. Wie man Schwimmen nicht im Trockentraining lernen kann, so kann man auch nicht das Denken denken lernen. Man braucht nämlich zu diesem Denken-Lernen einen Gegenstand, an dem man sich im Denken methodisch orientieren muss. Da man im sokratischen Sinn nicht etwas suchen könne, was man nicht kennt, so bräuchte man auch nicht etwas suchen, was man schon wüsste. Dialog Menon: Weil nun die Seele unsterblich ist und oftmals geboren und, was hier ist und in der Unterwelt, alles erblickt hat: so ist auch nichts, was sie nicht in Erfahrung gebracht hätte, so daß nicht zu verwundern ist, wenn sie auch von der Tugend und allem andern vermag, sich dessen zu erinnern, was sie ja auch früher gewußt hat“. Dieses Erkenntnisproblem macht Ladenthin am Beispiel des Eisbestellens vor der Vitrine eines Eissalons deutlich. Denken und Erkennen sind dabei geprägt durch die Fähigkeit, Entscheidungen treffen zu müssen aber nicht zu können. Diese Entscheidungsfähigkeit ist nichts Anderes als die Vernunft selbst. Lernen werde dabei zum selbsttätigen, vernünftigen Erkennen durch das Fragen - die Hebammenkunst - des Lehrers/der Lehrerin.

Mit der kopernikanischen Wende bei Kant dreht sich die Sache nun entscheidend um: „Bisher nahm man an, alle unsere Erkenntnis müsse sich nach den Gegenständen richten, aber alle Versuche über sie a priori etwas durch Begriffe auszumachen, wodurch unsere Erkenntnis erweitert würde, gingen unter dieser Voraussetzung zunichte. Man versuche es daher einmal, ob wir nicht in den Aufgaben der Metaphysik damit besser fortkommen, daß wir annehmen, die Gegenstände müssen sich nach unserem Erkenntnis richten, welches so schon besser mit der verlangten Möglichkeit einer Erkenntnis derselben a priori zusammenstimmt, die über Gegenstände, ehe sie uns gegeben werden, etwas festsetzen soll. Es ist hiermit ebenso, als mit den ersten Gedanken des Kopernikus bewandt, der, nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbewegungen nicht gut fort wollte, wenn er annahm, das ganze Sternenheer drehe sich um den Zuschauer, versuchte, ob es nicht besser gelingen möchte, wenn er den Zuschauer sich drehen, und dagegen die Sterne in Ruhe ließ. In der Metaphysik kann man nun, was die Anschauung der Gegenstände betrifft, es auf ähnliche Weise versuchen. Wenn die Anschauung sich nach der Beschaffenheit der Gegenstände richten müßte, so sehe ich nicht ein, wie man a priori von ihr etwas wissen könne; richtet sich aber der Gegenstand (als Objekt der Sinne) nach der Beschaffenheit unseres Anschauungsvermögens, so kann ich mir diese Möglichkeit ganz wohl vorstellen“ Kant: Kritik der reinen Vernunft (Weischedel III, 24ff).

Prof. Dr. Volker Ladenthin

Mit diesem Schritt, so Ladenthin, ist wissenschaftstheoretisch Erkenntnis zu einem Erkennen eines Gegenstandes auf eine dem Gegenstand adäquate Erkenntnismethode verbunden. Die Anwendung wissenschaftlicher Forschung ist nachvollziehbar, weil methodisch erklärbar. Mit dem zwanglosen Zwang des Arguments verpflichten sich Lehrer*in wie Schüler*in auf eine gemeinsame gegenstandsadäquate Methode, deren Ergebnisse Geltungsansprüche und Urteilskraft hervorbringen. Aus diesem Grund sind für Ladenthin die Methoden mit den jeweiligen Gegenständen des Erkennens unauflöslich verbunden. Wissenschaftliches Wissen sei immer vorläufig und konditional, aber niemals endgültig. Anders gesagt: wissenschaftlich, also methodisch am Gegenstand lernen, machte Zukunftsängste obsolet. Ladenthin resümiert: „Die allgemeinbildende Schule wird ihrem Anspruch gerecht, wenn sie alles, was sie lehrt, so lehrt, dass man weiß, wie das Wissen entstanden ist, wie man es selbst erzeugt, und wie man weiteres Wissen in Zukunft selbständig erarbeitet. Lernen heißt: vernünftig erkennen, durch den Verstand nach Regeln einsehen, selbsttätig ausführen können. Es ist die Aufgabe des Lehrers, beim Schüler die Prozesse auszulösen, die ihn selbst etwas Gültiges einsehen lassen. Wenn Lernen in nichts anderem besteht als darin, unter Anleitung einen methodischen Zugang zu Welt zu finden und zu beschreiten, dann ist die Methode das Spezifikum der Schule. Die Schule ist der Ort der Methode.“

Kontakt: heribert.schopf@phwien.ac.at

 

 

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