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Veranstaltung Positionen – Soziologie zum Verständnis von Unterrichtsprozessen

Rückblick auf die Veranstaltung POSITIONEN vom 26.01.2018 (Prof. em. Dr. Michael Sertl)

„Der Beitrag der Soziologie zum Verständnis von Unterrichtsprozessen“

Michael Sertl und Heribert Schopf

Michael Sertl exponiert in seinem hervorragenden Referat zunächst die soziologische Theorie des Unterrichts bei Basil Bernstein, die er als eigenständige Theorie von Systemtheorie und herkömmlicher Bildungssoziologie, als Soziologie der Schule, mit kurzen historischen und biografischen Zugriffen abhebt. Dabei, so Sertl, lässt sich ein Wandel von Bernsteins Blick von der Beschreibung des Soseins von institutionalisierter Schule und Unterricht zu einer bildungs-soziologischen Wende festmachen. Diese Denkbewegung Bernsteins ist insofern folgelogisch, wenn er auf „pädagogische Rechte“ auf Teilhabe und Bildung im Rahmen seiner Theorie des Pädagogischen Dispositivs plädiert, die außerhalb der Beschreibung liegen müssen. Genau diesen Wandel hat Sertl, wie er berichtet, auch mitgedacht und kommt nun über die Codetheorie des Pädagogischen Diskurses bei Bernstein zu Erkenntnissen über Unterricht, die es so in der Soziologie bislang nicht gibt.

Ein kurzer Einblick: Bei Bernstein ist der Instruktionsdiskurs in den Regulationsdiskurs immer eingebettet, d.h. die Kontrolle über die soziale Basis (Hierarchieregel) steuert die Auswahl der kommunikativen Form, die Reihenfolge und das Lerntempo, sowie das Kriterium der Erfüllung der Aufgabe. Mit anderen Worten bettet Bernstein den Pädagogischen Diskurs in ein pädagogisches Dispositiv ein, in dem er zwischen Distributionsregeln, Rekontextualisierungsregeln und Evaluationsregeln unterscheidet. Je nach Schultyp, Klassenzusammensetzung und Unterrichtsgegenstand lassen sich damit auf der Mikroebene des Unterrichts entlang der Kategorien, Diskurse und Kontexte zwischen Übermittlung und Aneignung Macht und Kontrollmechanismen zwischen den Diskursen und innerhalb der Diskurse erkennen. Die ungleich verteilten Chancen beim Erkennen der Sache werden nicht nur erklärbar, sie können nun auch unterrichtswissenschaftlich fruchtbar gemacht werden und bildungstheoretisch gelesen werden.

In einem letzten Schritt, der aus Zeitgründen nicht mehr referiert, sondern leider nur angedeutet werden konnte, lenkte Sertl den Blick auf Bernsteins letzte Publikation zu den angesprochenen pädagogischen Rechten, die auf Vertrauen und Teilhabe basieren. Auf der individuellen Ebene nennt er bspw. das Recht auf enhancement, ein Begriff, den man durchaus mit Bildung, im Sinne von Mündigkeit und Emanzipation im Kontext bildungstheoretischen Denkens übersetzen könnte, auch wenn Bernstein nicht explizit von Bildung spricht. Dieser Schritt weist in normative Bereiche des Bildungsgedankens. Sertl sieht erste Schritte in diese Richtung, die er mit Hauke Straehler-Pohl formuliert hat. Mit gewisser Vorsicht formulieren sie dort: „Was Bernstein allerdings von klassischen bildungstheoretischen Formulierungen unterscheidet, ist die „realistische“, nicht-idealistische Herangehensweise. Man könnte Bernsteins Überlegungen als „sozial realistische Bildungstheorie“ interpretieren“(© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017 I. Miethe et al. (Hrsg.), Bildung und Teilhabe, DOI 10.1007/978-3-658-13771-7_11). Diese spannenden Überlegungen machen neugierig. Es ist daher an eine Fortsetzung dieses Vortrages gedacht.

Bericht: Heribert Schopf

 

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